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Medizinische Forschung an Fucoidan
 



Algen in Ernährung und Medizin - Meersalat und Wunderdroge?

Polysaccharide in Algen vorgefunden! Fucoidan kann Krebszellen zur Selbstzerstörung anleiten!!! 

Das Biowissenschaftliche Labor von Takara Shuzo (CEO Hisashi Omiya) und das Forschungsinstitut für Glycotechnology Advancement, eine Firma, die von dem bio-orientierten Technologie- und Forschungsinstitutes (CEO: Kazue Fukushi) gegründet wurde, haben entdeckt, dass ein Polysaccharid, auch bekannt als Fucoidan, welches in Kombu und anderen Formen von braunem Seetang (Wakame, Mozuku, und Hijiki) gefunden werden kann, zahlreiche Krebszellen zu einer Selbstzerstörung anleiten kann.

1. Was ist Fucoidan?
Ungefähr 4% der Gesamttrockenmasse von braunem Seetang oder Algen, wie etwa das Kombu, bestehen aus Polysacchariden bekannt unter dem Namen Fucoidan. Fucoidan ist ein sulfatiertes Polysaccharid, das eine komplexe Struktur besitzt. Seine wesentliche Komponente beinhaltet ein schwefelsaures, verestertes L-Fucose und Spurenelemente von Galactose, Xylose und Glucuronsäure.

In gemeinsamer Arbeit konnten Takara Shuzo's Biomedical Research Labor und Research Institute for Glycotechnology Advancement bestätigen, dass es noch zwei weitere Formen von Fuciodanmolekülen in dem braunem Seetang gibt. Der erste Typ, mit dem Namen F-Fucoidan, besteht hauptsächlich aus sulfatierter Fucose. Die zweite Form trägt den Namen Fucoidan und ungefähr 20% von ihr besteht aus Glucuronsäure.

Forscher an beiden Instituten waren auch in der Lage eine Technik einzusetzen, die man Pyridlamination nennt, entwickelt von Takara Shuzo in Verbindung mit der Universität von Osaka, um Licht auf die chemische Struktur des Fucoidan zu werfen.

2. Die biologischen Aktivitäten von Fucoidan
Diverse Berichte haben Fucoidan mit zahlreichen Eigenschaften beschrieben wie z.B. eine erhöhte Fruchtbarkeit, die Reduzierung von Cholesterin und als Anti-Tumor Agent. Trotz alledem ist ein definitiver Aussagekern über die Natur von Fucoidan noch nicht getroffen worden. Das Biomedizinische Forschungslabor von Takara Shuzo und das Forschungsinstitut Glycotechnology Advancement haben ihre Aufmerksamkeit auf die Anti-Tumoreigenschaften von Fucoidan gelegt und können bestätigen, dass diese Substanzen gewisse rasch-wachsende Krebszellen zur Selbstzerstörung veranlassen. Beispiele für diese Krebszellenstämme, bei denen sich das Phänomen der Selbstzerstörung bereits gezeigt hat, sind menschliche, akute promyelocytische Leukämiezellen (HL-60 Zelllinie), menschliche Magenkrebszellen (AGS Zelllinie), menschliche Darmkrebszellen (HCT-116 Zelllinie) und Krebszellen des Absteigenden Dickdarms (SW-480 Zelllinie/WiDr Zelllinie). Überdies fand diese Selbstzerstörung statt ohne dabei die normalen Zellen zu beeinflussen. Momentan sind Forschungen damit beschäftigt das Phänomen hinter diesem Mechanismus genauer zu erörtern.

Einige der Gründe weshalb es bis vor kurzem noch keine stichhaltigen Beweise über das Fucoidan und seine Wirkung gab, liegt an der sehr komplexen Struktur und an der Schwierigkeit reine Proben des Fucoidans zu beziehen. Beide oben angeführten Institute das Takara und das Research Institute for Glycotechnology Advancement waren in der Lage reine Proben zu erhalten und Untersuchungen der komplexen Struktur anzustellen, die zu den obigen Ergebnissen führte.

3. Der Mechanismus, durch den die Krebszellen zerstört werden
In der Anwesenheit gewisser Substanzen als auch durch außergewöhnliche Umweltkonditionen können Zellen sich selbst zerstören und sogar gänzlich verschwinden. Dieser Prozess der Selbstzerstörung wird auch Apoptosis genannt und führt zu einer Beseitigung von Nekrosen, also der Tod von Zellen, die durch äußere Stimuli wie giftige Substanzen und physischer Schaden an den Zellen hervorgerufen wird.

Genau genommen ist die Apoptosis ein Mechanismus, der in den natürlichen Erhaltungsprozesses der Zellen eingebettet ist. Organismen aktivieren diesen Mechanismus bei Bedarf. Wenn er aktiviert wurde, wird der genetische Abdruck der Zellen (DNA) als wertlos entmachtet durch die Aktivierung von Deoxyribonuclease innerhalb der Zellen. Apoptosis kann man also sagen, ist der natürliche Prozess bei dem der lebende Organismen gefährliche Zellen aus ihrem System eliminieren.

4. Die Bedeutung dieser Entdeckung und zukünftige Aussichten
Seit langer Zeit (erste Datierung in der Jomon Ära, ungefähr vor dem 2 Jahrhundert vor Christus) bildet das braune Seetang das Rückgrad der japanischen Essgewohnheiten. Es sind genau diese Meeresalgen, die das Fucoidan beinhalten und welches den Mechanismus der Apoptosis auslöst.

Die Bewohner von Okinawa, deren Einwohner nicht nur die längste Lebenserwartung in Japan besitzen, weisen auch eines der höchsten pro Kopf Ratios mit 1 Gramm pro Person am Tag auf. Es ist bemerkenswert, dass die Krebssterblichkeitsrate in Okinawa im Vergleich aller Bewohner Japans die niedrigste ist.

Der durchschnittliche Konsum von Kombu in Japan liegt bei ungefähr 0.5 Gramm pro Tag. Ein solcher Verzehr von Kombu würde einen Konsum von nahezu  5 mg des Fucoidans bedeuten. Humanexperimente finden momentan statt, um die Auswirkungen des Fucoidans auf lebende Organismen zu bestimmen. Wenn bestätigt werden kann, dass Fucoidan die Apoptosis nur bei Krebszellen betreibt, die sich in unkontrollierter Manier schnell vermehren, dann hätten wir damit auch gleichzeitig die langfristige Waffe gegen Krebs gefunden - kein Medikament und keine gesundheitsgefährdenden Begleiterscheinungen.

Detailinformationen wurden auf der 18ten Annual Conference of the Carbohydrate Symposium (August 19-21), dem 69ten Annual Proceedings of the Japanese Biochemical Society (August 26-30) und dem 55th Annual Proceedings of the Japanese Cancer Society (October 10-12)  2000 veröffentlicht.
Informationen vom  Research Institute for Glycotechnology Advancement: mit Finanzierung des  Bio-oriented Technology Research Advancement Institute (eine spezielle Person unter gemeinsamer Zuständigkeit des Ministeriums für Agrikultur, Fischzucht, Forstwesen und dem Ministerium für Finanzen), Aomori Präfekt, Hirosaki, sowie sieben Firmen des privaten Sektors, the Research Institute for Glycotechnology Advancement wurde im Februar 1991 gegründet. Das Institut führt eine Forschungsorganisation, die unter dem  Intelligent Research Institute agieren, ein Institut das geschaffen wurde um die Entwicklung in der Tohoku (Nortost) Region zu fördern.
Name des Forschungsprojektes: "Glycobiology research aimed at the development of useful carbohydrates"
Forschungsdauer: 7 Jahre (1990 to 1996)
Name der Firma: Research Institute for Glycotechnology Advancement Address: 82-4 Oazazaifu-cho Hirosaki-shi Aomori-ken Japan

 


 

FUCOIDAN KÖNNTE KREBS BEKÄMPFEN
 

Intensiv werden seit Jahren die Reservestoffe und Zellwandbestandteile von Makroalgen als potentielle Arzneimittel untersucht. Hiervon stehen vor allem sulfatierte Polysaccharide (SPS) – eine Substanzklasse, die Hemi-Ester-Sulfat-gruppen in ihren Zuckerresten enthalten – im Blickpunkt. (Uni Kiel 2004) Bekannte SPS in Rhodophyta sind Agar und Carrageen.

Die am häufigsten in Phaeophyta anzutreffenden SPS werden Fucane genannt, wozu die Substanzen Fucoidin, Ascophyllan, Sargassan und Glucuronoxylofucan zählen. (Shanmugam und Mody 2000) Spitzenreiter der Forschungsaktivitäten sind die Fucoidane. In mehr als 500 wissenschaftlichen Labor- und Tierstudien wurden antitumorale, antivirale, antibakterielle, antioxidative, immunotrope and antikoagulierende Eigenschaften entdeckt.

Die biologische Aktivität der Fucoidane wird durch ihre Struktur bestimmt, die je nach Algenart variiert. Fucoidane fallen als Nebenprodukte bei der Alginatproduktion für die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie an und sind daher leicht zu gewinnen. Reich an Fucoidan sind Ascophyllum nodosum und Laminaria digitata. Fucoidane können in Zukunft möglicherweise zur Behandlung von Herpes (HSV1) und HIV-Erkrankungen (Katsuraya 1999), Helicobacter pylori-Infektionen (Shibata et al. 2001) und zur dermalen Wundheilung (ÓLeary et al. 2004) eingesetzt werden.

Unter Gabe von Wakame und deren Wurzel Mekabu (Undaria pinnatifida) – zwei in Japan häufig verzehrten Braunalgenprodukten – konnten japanische Forscher im Tierexperiment und auch im Laborversuch an menschlichem Gewebe die Abtötung von Brustkrebszellen beobachten. (Funahashi et al. 2001) Aus Mekabu extrahiertes Fucoidan erwies im Tierversuch eine hohe Antitumoraktivität. Eine präventive Fucoidangabe erhöhte die Überlebensrate von Mäusen durch Erhöhung der zytolytischen Aktivität der NK-Zellen (natürliche Killerzellen) und der IFN- 3Uoduktion. (Maruyama et al. 2003) Experimentell konnte eine erhöhte Phagozytose und Chemilumineszenz von Makrophagen nach Fucoidangabe (aus Sargassum spp.) beobachtet werden.

Hieraus wird abgeleitet, dass die Antitumoraktivität von Fucoidan möglicherweise über die Steigerung der Immunantwort zu erklären ist. Shibata und Mitarbeiter stellten im Tierversuch fest, dass aus Cladosiphon-Braunalgen gewonnenes Fucoidan das Magengeschwüre und –krebsverursachende Bakterium Helicobacter pylori wirkungsvoll bekämpft. Sie empfehlen daher den Einsatz von Fucoidan vorbeugend vor H. pylori-Infektionen zur Verringerung des Magenkrebsrisikos näher zu untersuchen. Modifikationen von natürlichem Fucoidan werden derzeit auf therapeutische Wirksamkeit überprüft. (Shibata et al. 2001) Antivirale Aktivität auf Retroviren wie HIV und Herpes Simplex Virus wurde in Labortests bei sulfatierten Polysacchariden nachgewiesen. In vitro wurde ermittelt, dass die Anti-HIV-Aktivität mit dem Grad der Sulfatisierung zunimmt. Da jedoch bisher erst wenige Polysaccharide isoliert und untersucht worden sind, sind die pharmakologischen antiviralen Eigenschaften und Mechanismen der SPS aus Algen noch weitgehend unbekannt. (Schaeffer und Krylov 2000).

Das australische Biotechnologie-Unternehmen Marinova erforscht ein patentiertes Fucoidan (Gallacto Fucan Sulfat GFS) aus der Braunalge Undaria pinnatifida für den Einsatz bei den Viruserkrankungen Herpes simplex (HSV I und II) und HIV sowie Brustkrebs. (http://www.marinova.com) Nach ersten Tests an menschlichen Probanden mit aktiven und latenten Herpesinfektionen (HSV 1 und 2, EBV und Zoster) ergaben nach dem Verzehr von GFS erhöhte Heilungsraten beziehungsweise kein Aufflammen der Infektionen. In vitro wurden mitogene Effekte auf menschliche T-Zellen nachgewiesen. (Cooper et al. 2002)

Kuznetsova und Mitarbeiter wiesen bei aus der Braunalge Fucus evanescens isoliertem Fucoidan immunotrope und antikoagulierende Fähigkeiten nach. (Kuznetsova et al. 2003) Derzeit arbeiten Pharmakologen an einer Verbesserung und Standardisierung der gerinnungshemmenden und auch lipidsenkenden Eigenschaften natürlicher SPS. Ob diese Effekte durch einen erhöhten Verzehr von Braunalgen erzielt werden können, ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Eine Anreicherung von Nahrungsmitteln mit Fucoidan (Functional Food) und Arzneimitteln wird diskutiert. In Kosmetika setzt man bereits fucoidan- und polyphenolhaltige Extrakte des Knotentangs (Ascophyllum nodosum) ein. Die als LMW-FS (INCI: Ascophyllum Extract und ASCO PP (INCI: Ascophyllum) deklarierten Zutaten sollen die Haare kräftigen und die Haut mit einem schützenden Film vor Feuchtigkeitsverlust versorgen. (IMPAG 2002).
 

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